Tangos, südamerikanische Musik, Literatur, Fussball und nützliche Tipps, um sich in der klebrigen Masse, die sich Welt nennt, einen Weg zu bahnen. Jeden Freitag von 19h bis 20h auf Radio RaBe, das berner Kulturradio auf 95,6 MHz. Weitere Infos und auch livestream auf www.rabe.ch

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Dienstag, 18. Oktober 2016

¡ni una menos!

Ni una menos ... Keine einzige mehr
August 2016, Neu Delhi, eine 16jährige Inderin wird vergewaltigt, anschliessend verbrannt.
September 2014, Bern, eine junge Schweizerin wird vergewaltigt und brutal zusammengeschlagen.
September 2011, Homs, eine 18jährige Syrerin wird von Sicherheitskräften gefoltert, vergewaltigt, geköpft.
Oktober 2016, Mar del Plata, eine 16jährige Argentinierin wird unter Drogen gesetzt, vergewaltigt, ermordet.

Frauen werden erniedrigt, missbraucht, geschändet, vergewaltigt. Überall auf der Welt. Täglich.
Warum erstaunt uns das nicht? Warum gibt es das heutzutage noch?
Es gibt eine systematische Gewalt an Frauen. Sie ist nicht länder- oder kulturgebunden, sondern grenzüberschreitend und in vielen Köpfen, Verhaltens- und Denkweisen eingebrannt. Von der SVP-Politikerin über den nigerianischen Priester, der feministischen Psychiaterin von nebenan, dem chinesischen Künstler, dem Vater deiner Jugendfreundin, der portugiesischen Putzfrau...und so könnte es leider ewig weitergehen. Die Gewalt hat viele Gesichter, trägt viele Masken.
Systematisch wurde sie u.a. auf Raubzügen angewandt (Frauen hätten als Mütter das Weiterbestehen des angegriffenen Stammes sichern können), in Gefangenheit (den Frauen muss mann zeigen, wer das Sagen hat, und bist du nicht eine Frau, wirst du durch Vergewaltigung dazu "reduziert"), im eigenen Zuhause (Frauen könnten ja plötzlich die eigene Rolle in Frage stellen), auf der Strasse (Frauen sollten als Objekte der Schönheit erfahren, was mann bei ihrem Anblick empfindet) oder zur gesellschaftlichen Abgrenzung (Frauen werden in dieser und jener Gesellschaft unterdrückt, ist also im Gegensatz zu unserer ach so tollen eine rückständige Gesellschaft).
Systematische Gewalt, Reifizierung, Instrumentalisierung.
Irgendwann muss Schluss sein damit. Das geht nur durch Gespräche, Diskussionen, Proteste, Beobachtung, Selbstreflexion.

Am Mittwoch 19. Oktober werden in Argentinien Menschen, die sich des Problems bewusst sind, auf die Strasse gehen.

Wir bei El Gato Calculista denken immer wieder über Tangotexte nach.
Manche SIND "machistas". Aus Männerperspektive geschrieben, in selbstherrlichem Ton, mit Stolz gewalttätig. Denen wollten wir den Garaus machen an unserem diesjährigen Geburtstag. Und haben Hörer_innen dazu aufgerufen, die (zwar historisch und gesellschaftlich wertvollen, aber) üblen Texte der so schönen Tangomelodien umzuschreiben oder neue Tangos zu texten.
So klang es am 6. Mai dieses Jahres 2016 in El Gato Calculista (ganze Sendung hier):

Gabriela hat die Milonga "Tortazos" in "La Vereda" verwandelt und die Perspektive der Frau eingenommen:


La gata hat den Tango "A la luz del candil" weitergedichtet und Rache geübt:


Juan Serén hat das Gedicht "Ni igual, ni más, ni igual, ni menos" komponiert: