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Mittwoch, 14. Mai 2014

Sendungsreihe - Hommage an Aníbal Troilo

  

Beitrag von El Gato Calculista zur weltweiten Eventreihe anlässlich des 100sten Geburtstag vom Bandoneonisten Aníbal Troilo. Mehr Infos unter www.troilo.com.ar

Teil I: Suite Troileana (Astor Piazzolla)


Und Troilo sagte mir: Also du bist der Junge, der mein ganzes Repertoire kennt? Gut, komm auf die Bühne und spiele.

Ich spielte mit Herzblut jede Note, und als ich fertig war, sprach mich Troilo erneut an, in dieser für ihn so typischen Sprache. “Junge, beim Auftritt tragen wir blaue Anzüge, damit du das schon mal weisst, und morgen geht es dann vor Publikum los“

Ich war so glücklich, dass ich Rhapsodie in Blue von Gershwin spielte. Die anderen Musiker schauten mich verwundert an. Der einzige der etwas sagte, war Orlando Goñi: „Damit kannst du keinen Blumentopf gewinnen. Überlasse diese Dinge den Nordamerikanern“

Als mein Vater erfuhr, dass ich bei Troilo arbeite, kam er nach Buenos Aires und wollte ihn kennenlernen. Er bewältigte die Hin- und Rückreise an einem Tag auf dem Motorrad eines Verwandten.

Als er sich von Troilo verabschiedete liefen ihn die Tränen übers Gesicht. Er umarmte ihn und sagte zu ihm, während dem ich daneben stand. „Passen Sie gut auf meinen Jungen auf. Sehen Sie, er ist kaum 18, und Sie wissen, was das bedeutet, die Nächte, die Cabarets, die Frauen“ Auch Troilo war sehr bewegt: „Seien Sie beruhigt Don Vincent, ich kümmere mich um alles“

Diesen Abend hatten wir keinen Auftritt, und so ich sagte zu ihm, der gerade versprochen hatte, mich vor allem Versuchungen zu beschützen: „Maestro, wie wäre es, wenn wir zu der Kaschemme in Avellaneda gingen, El Doble Tres und schauen, ob wir beim Pokern einen Schnitt machen können?“
Er war etwas betroffen von meinem Vorschlag: „Wo hast du denn Karten spielen gelernt?“ Da erzählte ich ihm, dass ich mit zwölf Jahren von Zuhause ausgerissen bin, um Zocken zu gehen. Troilo legte seinen Kopf von der eine Seite auf die andere und sagte: „Gato, du bist der Teufel in Person, möge dich Gott behüten“. Wir kamen fünf Uhr morgens zurück. Beide blank.

Als er am 18.Mai 1975 starb, war ich in Rom, und die Nachricht traf mich wie ein Schlag. Nach wenigen führte mich diese Zuneigung, die ich für diesen Freund empfand, ans Klavier, und ich komponierte die Suite Troileana, ein Werk, in der vier grossen Geliebten versammelt sind, die der Gordo hatte: Bandoneón, Zita (seine Frau), Whisky und Escolaso (Glücksspiel)

Natalio Gorín - Astor Piazzolla - Erinnerungen